Zu guter Letzt…
Nun endgültig resigniert verließ ich den Laden mit hängenden Schultern in Richtung Hauptmarkt, um dort ein Bratwurstweggla einzunehmen – ich hatte bisher ja nur den Kaffee bei Starbuck’s inne, der Magen hing mir in den Knien. Dort angekommen fand ich nun noch den Juwelier Bräutigam vor, der auch noch bis 18.00 Uhr geöffnet haben würde. „Nomen est omen“ – wenn ein Bräutigam keinen passenden Ring haben würde, wer dann?

Ich betrat den Laden und wurde sehr freundlich von Herrn Seitz (damals der Geschäftsführer) in Empfang genommen. Ich wurde also mit meinem Anliegen dort vorstellig: „Verlobungsring, KEIN Ehering, keine Ahnung, wie er aussehen/was er kosten soll, ich brauche Inspiration…“ Mit diesem Anspruch konfrontiert, bat er seine Frau mit nach vorne und zu dritt nahmen wir dann einige Ringe in Augenschein.
Dabei stellten sich endlich für mich einige Erkenntnisse ein: meine Partnerin als Elektrikerin musste in der Lage sein, den Ring in der Arbeit zeitweise abzunehmen – dennoch sollte der dann nicht „verloren“ gehen können. Also benötige ich noch zustätzlich eine Aufbewahrungsmöglichkeit. Frau Seitz brachte eine goldene Kette ins Gespräch, um ihn daran auffädeln und um den Hals tragen zu können. Dementsprechend darf ein Stein/Brillant aber dann nicht aufgesetzt, sondern muss eingelassenen sein, so dass der an der Kette dann nicht im Dekolleté kratzt. Außerdem bleibt man damit dann nicht versehentlich irgendwo hängen (Handschuh, Kleidung, Wand, …). So bildete sich nach und nach eine Spezifikation für den Ring heraus.
Am Ende stand das Design ziemlich fest – allerdings suchten wir vergebens im Sortiment nach etwas passendem. Da kam Frau Seitz auf eine Idee: „Ich hole mal eben die Auslage für die Eheringe, vielleicht gibt es da ja was passendes. Wenn Sie nur den Damenring nehmen, können wir den ja dann immer noch nachbestellen und als Ensemble verkaufen.“ Und ZACK: Da war er. Ein Ring mit fünf Goldschichten: Gelb, Rot, Weiß, Rot, Gelb. Ein eingesetzter Brilliant der wunderbar funkelte. Überglücklich nahm ich ihn in die Hand und bewunderte ihn.

Dann schon der nächste Tiefschlag: „Welche Ringgröße hat Ihre Zukünftige denn?“ Nun muss man dazu wissen, dass meine Partnerin bisher nie Ringe getragen hatte und ich insofern auch keine Möglichkeit hatte, das näher zu eruieren – zu schweigen davon, dass ich daran im Vorhinein gedacht hätte. Gottseidank war das Ehepaar Seitz so freundlich, mir den Ring so zu verkaufen wie er war und mir zusätzlich zu versichern, dass nach vollzogener Übergabe (aka. „Verlobung“) eine nachträgliche Anpassung des Rings kostenfrei möglich gemacht werden würde.
So trug es sich zu – an einem verregneten Herbsttag des Jahres 2014 in Nürnberg.
Wie es weitergeht ;):
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