Der Antrag (2)…

Vorgeschichte: Der Antrag (1)

Die Zeit schritt voran und allmählich wurde es Dezember. Da sich der Zeitpunkt der Familienzusammenkunft (wie beschrieben) und außerdem der letztmögliche Geburtstag unaufhaltsam näherte, fand ich schlussendlich eine passende Gelegenheit (so glaubte ich wenigstens): Der Tag vor der Abreise zu meinen Eltern war der besagte Geburtstag und da wir uns üblicherweise zu diesen Tagen nichts Materielles schenkten, dachte ich mir, dass das der passende Zeitpunkt für ein solch immaterielles „Geschenk“ sein könnte.

Nun war noch zu prüfen, wie das alles vonstatten gehen könnte. Wir hatten verabredet, dass wir uns zur Feier des Tages ganz gemütlich auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt treffen und dort Glühwein und evtl. Sekt trinken wollten und vielleicht etwas essen und dann ganz gechillt den Abend genießen. Das war zwar nicht so privat, wie ich es mir eigentlich vorgestellt (und mit dem Schwiegervater in spe besprochen) hatte, aber nun gut, einen Ring zu übergeben wäre ja auch am Weihnachtsmarkt nicht so schwer. Dennoch war mir das etwas zu „spärlich“, und ich plante, mit meiner Freundin den Abend in der Piano Bar im Hotel Maritim zu beenden: Da gab es Sekt und anderes und ein stilvolles Ambiente, was einem Geburtstag sicher angemessen wäre. Und nebenbei könnte der Pianoman im Hintergrund „You are so beautiful“ spielen und ich könnte dabei den Ring in ihr Glas fallen lassen und…
… „Hollywood“ eben…

Der Antrag (1)…

Vorgeschichte: „Der Ring“


Nachdem mit „dem Ring“ der erste Schritt getan war, begann ich damit, mir Gedanken über einen geeigneten Zeitpunkt für „den Antrag“ zu machen. Dabei kam wieder zutage, dass ich sowas ja noch nie gemacht hatte und gar nicht wusste, wie man das am besten anstellt – zu schweigen davon, was da im Umfeld noch alles los sein würde.

Formalitäten

Zu dem Zeitpunkt stand meine Zukünftige auf der Schwelle zu einem runden Geburtstag (also etwas mehr 1 Jahr davor), und irgendwie schien es mir angebracht, die „Sache“ noch vor diesem Ereignis über die Bühne zu bringen. Ein gewisser Zeitdruck war somit also vorhanden.

Es galt nun, zunächst zu klären, wie das alles vonstatten gehen sollte: Bei einem unserer Orchesterkonzerte auf der Bühne oder bei der Nachfeier? Ganz still und heimlich und für uns alleine? Man will ja im Falle einer „Abfuhr“ nicht in der Öffentlichkeit stehen; außerdem übt die Öffentlichkeit sicher einen gewissen unterschwelligen Druck auf die Entscheidung aus – da muss man ja „ja sagen“… Das will ich ja nun auch nicht…
Wen könnte man hierzu um Rat fragen, was sowas alles angeht? Ich wollte ja auch nicht das Umfeld „schalu“ machen (ja, wird wirklich so geschrieben :)) und dabei riskieren, dass zu früh der Angebeteten etwas bekannt wird – das würde mich ja noch mehr unter Zugzwang setzen. Ich ging also wiederum zu meinem Freund Gernot, der mir aber auch nicht so viel sagen konnte.
In meiner Stammkneipe „d’r Schbruchbeidl“ hatte ich einen Vertrauten (den Barkeeper/Koch/Alleinunterhalter), mit dem ich am ein oder anderen Abend diverse Austäusche bei Weizen und Kässpätzle hatte.

„Der Ring…“

Kurze Einleitung…

Nach einigen Jahren glückseligem Zusammenseins mit meiner Partnerin, mehrten sich die Nachfragen im Freundes- und Verwandtenkreis, ob man nicht mal den „nächsten Schritt“ wagen wolle. Das Thema hatten wir schon immer mal wieder besprochen; wie das halt so ist hatten wir dazu unterschiedliche Sichtweisen und das war uns so auch immer klar gewesen:
Nachdem wir beide bereits mitten im Leben standen, als wir uns kennenlernten, und beide (auch finanziell) abgesichert waren, war für mich dieser „Staatsakt“ eher unwichtig. Kinder erwarteten wir auch keine (mehr) und warum dann also den Aufwand machen (Standesamt, Trauung, usw.)? Die Liebe und Treue in einer Partnerschaft bedurfte (und bedarf) für mich keines Trauscheins, und nur um den Leuten um mich herum einen Trauring vorzeigen zu können – das war mir zu aufgesetzt.
Dennoch schwelte das Thema nicht zuletzt durch die Nachfragen aus unserem Umfeld immer wieder hoch.
Meine Partnerin hatte sich mittlerweile mit meiner Sichtweise arrangiert, obwohl sie natürlich Erwartungen „fürs Leben“ in sich trug (tolle Feier, Hochzeitskleid, Walzer, Romantik, Prinzessin, …).
Eines schönen Novembertages im Jahr 2013 (genauer: beim Daimler Christentreffen in dem Jahr) trafen wir nun einen gemeinsamen Freund und dem schilderte ich nach seiner wiederholten Nachfrage meinen Standpunkt zu dem Thema:
„Das macht für mich keinen Unterschied… Emotional hänge ich da nicht dran.“
Darauf er: „Na wenn das so ist, warum macht ihr’s dann nicht einfach?“
Diese Umkehrung meiner Argumentation beeindruckte mich nachhaltig und ich begann, meine Position dazu zu überdenken.

Hello world!

„Welcome to WordPress. This is your first post. Edit or delete it, then start writing!“

Tjo, nun ist es wohl endlich mal soweit… Ich/wir widmen unsere Gedanken ebenfalls der Nachwelt…

Nachdem wir ja schon immer viel zu erzählen haben (und das auch gerne weiter tun 😉 ), werden wir nun (in unregelmäßigen Abständen) auch hier ein bisschen was zum Besten geben in der Hoffnung, unsere Umwelt etwas zum Schmunzeln, Hoffen oder auch zum Nachdenken anzuregen.

Auf ein gutes Gelingen!

Baloc tacà via

Freitag, 25.09.15

Auf die Idee hat uns ein Campinggast gebracht: Am vergangenen Abend hat dieser von einer recht unentdeckten Wanderroute erzählt, die er gemeinsam mit seiner Frau an diesem Tag gemacht hat. An einer Kletterstelle sind die beiden dann allerdings gescheitert (2,5m hohe Mauer). Das interessiert uns dann natürlich besonders. 🙂
Scheinbar ist der Ort tatsächlich in kaum einem Wanderführer erwähnt. Eine Recherche im Internet wird allerdings fündig: Die Idee und Route haben wir übernommen von 360gardalife.

Wir starten hier am Campingplatz gegen 12.00 Uhr und fahren nach Brenzone/Sommavilla. Der Parkplatz an der Kreuzung oben ist gut zu erreichen, auch wenn wir uns erstmal nicht ganz sicher sind, ob wir richtig sind. Nach einem kurzen Ausflug nach links und nach rechts finden wir allerdings den Einstieg in den Wanderweg.
Der Parkplatz kostet 1,20 EUR/Stunde; laut Bericht dauert der Aufstieg ca. 40 Minuten; wir rechnen großzügig mit einer Stunde plus eine zusätzliche für den Abstieg plus ein wenig Pause und werfen dann 3 EUR ein.

Der Einstieg ist gut gekennzeichnet, es findet sich ein laminiertes DIN A4 Blatt mit einem Pfeil und der Wegbezeichnung. Scheint nichts „Offizielles“ zu sein. Der erste Teil geht weniger wie beschrieben „durch die Felder“ als eher „durch die Oliven-Haine“. Der steinige Untergrund erfordert schon hier festes Schuhwerk, sonst wird es unangenehm. Am Wegesrand finden sich viele Bienen, die die letzten Blüten der Hecken abernten.

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Erster Scheidepunkt ist ein Gabelung. Auch hier findet sich ein laminiertes Blatt Papier mit dem Pfeil und wir gehen nach links in die Schlucht hinunter. Festes Schuhwerk ist nun ein absolutes Muss, denn der Boden ist recht locker, zuweilen sogar sandig und dann wieder steinig. Unten angekommen stehen wir vor einer Mauer mit ca. 1,8m Höhe. Ein Pfad führt links vorbei, danach beginnt der Weg durch das Flussbett. Auf der rechten Hangkante oben steht eine junge Frau, wir wundern uns, ob dort oben ein weiterer Weg verläuft.

Die nächsten paar hundert Meter erinnern uns ein wenig an Lara Croft oder Indiana Jones, die Richtung (flussaufwärts) ist klar, aber der Weg nicht immer. Die beste Alternative scheint uns, wo möglich, die bewachsenen Hänge zu sein.
Endlich kommen wir zu der Mauer, an der die Kollegen am Vortag gescheitert sind. Tatsächlich sind das 2,5m, und auf der rechten Ecke finden sich ein paar Steigeisen. Besonders beeindruckt uns der Holzscheit, den ein aufmerksamer Wanderer mit ein paar Steinen in der Mauer eingekeilt hat, um den Aufstieg zu erleichtern.

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Nachdem dieses Hindernis überwunden ist (wir fürchten uns schon vor dem unumgänglichen Abstieg später), wird’s „wild“: Das Flussbett wird immer unwegsamer, wir müssen anfangen, zu klettern. Alleine ist das vermutlich wirklich schwierig zu erreichen, wir tauschen uns immer wieder aus über die beste Route.
Nach einem weiteren Kilometer (?) gelangen wir schließlich über einige Felsbrocken hinweg zu dem „Baloc tacà“. Beeindruckend: Hier sind einfach große Felsen in die Schlucht gefallen (soweit wir sehen können, sind es zwei) und hängengeblieben. Wenn man so darunter steht, hat man wirklich Angst, das ein Windstoß oder ähnliches den Fels runterstoßen könnte. Dann wäre das wirklich wie bei „Lara Croft“ oder „Indiana Jones“ und wir müssten rennen oder uns eng an die Wand drücken. :/

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Bis hierhin ist tatsächlich erst eine runde halbe Stunde vergangen, der Aufstieg hat uns aber doch ein bisschen mitgenommen und wir machen eine Pause. Wir entdecken rechts neben dem unteren Fels ein Seil in ca. 2m Höhe sowie einige Steigeisen, die in den Stein getrieben sind. Der Blick nach oben zeigt uns einen gewaltigen Überhang sowie weit oben den Punkt, an dem die Steine heruntergerollt kamen. Augenscheinlich nehmen ganz Wagemutige diesen Weg nun aufwärts aus der Schlucht hinaus. Wir entscheiden uns aber für den bereits bekannten Weg, um die Schlucht zu verlassen.

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Bis hin zu der erwähnten Mauer schlagen wir uns durch – nicht immer auf dem gleichen Weg, wie hinauf. Bergrunter ist eben immer noch etwas anderes. Der Untergrund ist teils rutschig, leicht feucht, daher müssen wir auf sicheren Tritt achten. Sollte ein Fuß zwischen zwei Steinen einklemmt werden, sind die Aussichten auf einen Krankenwagen hier oben nicht gerade rosig.

Der Abstieg über die Mauer ist gar nicht so schwer, dennoch gehe ich als erstes, um meine Liebsten anschließend von unten in die entsprechenden Tritte zu dirigieren. Weiter bergab, bis zur zweiten Mauer. Dann packt „uns“ das Fieber. Nachdem wir auf dem Hinweg dort oben bereits die junge Dame gesehen hatten, und der Rückweg auf demselben Pfad recht langweilig erscheint, übernimmt meine bessere Hälfte die Führung und erklimmt wagemutig die fast senkrechte Wand. Wurzelwerk und einzelne Steine und Felsspalte dienen ihr zu Stütze, mir wird Angst und bange: Rauf ist ja die eine Sache, was aber, wenn es dort oben nicht weiter geht und wir wieder zurück müssen?? Von oben ertönt der Ruf „hier ist ein Trampelpfad!“, also muss ich es wohl auch wagen.

Eine Sache, als (trainierte) Frau ohne Rucksack da hoch zu steigen; eine andere, das als Mann in Kenntnis der bereits von ihr getesteten Grenzbereiche am Hang zu tun. Beim Aufstieg hänge ich mehrfach „in den Seilen“ und muss mich an den Felsen entlang drücken – immer auf der Suche nach einem festen Tritt (der auf der lockeren Erde am Hang fast nie zu finden ist). Ab ca. der Mitte steige ich auf „alle Viere“ um. Das geht deutlich besser. Oben angekommen bin ich ziemlich sauer, weil ich die Aktion reichlich unvernünftig fand. Der Trampelpfad führt zu einer terassierten Wiese, auf der wir dann ausharren und die Sonne auf uns scheinen lassen.

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Der Blick über den See entschädigt etwas für die Strapazen der letzten 20 Minuten. Der weitere Weg führt uns an die Kreuzung, die wir auf dem Hinweg nach links verlassen haben. Von hier aus geht es nun bergab durch einen Hohlweg, in dem wir wieder die Bienen sehen, die immer noch hungrig sind.

Beim Auto angekommen wird sich erst einmal ein bisschen gestärkt. Es sind noch genau 8 Minuten auf der Parkuhr – Punktlandung (endlich mal eine 🙂 ).

Wir haben geplant, uns in Brenzone mit einem Freund zu treffen, der mit dem Fahrrad unterwegs ist. Daher suchen wir dort nach einem Kaffee und finden prompt auch eins, das uns sehr zusagt: Direkt an der Strandpromenade „bestes Haus am Platz“ neben dem Hotel Brenzone befindet sich die Gelateria „Azzura“, in der wir uns einen oder zwei Erfrischungen genehmigen.

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Leider klappt das Zusammentreffen mit unserem Freund nun doch nicht – augenscheinlich haben wir uns „verpasst“; daher verweilen wir noch ein bisschen in „Margugnano di Brenzone“ und werfen noch einen Euro in die Parkuhr ein.

Wieder mal ein schöner Tag hinter uns…
… und wieder was zu erzählen. 😉

Von Casteletto nach Torri (?)

Montag, 28.09.15

Gestern haben wir hier am Gardasee wieder mal eine Wanderung gemacht.

Einige von euch werden unsere (Schauer-) Geschichten von den letzten Versuchen ja noch in Erinnerung haben, falls nicht, könnte es sein, dass wir ein paar davon hier auch nochmal hinterlegen…

Ideengeber für den Ausflug waren Herr Lutz und Frau Malecha auf Planetoutdoor.de, vielen Dank dafür an dieser Stelle!

Tatsächlich ist und bleibt es wohl so, dass hier am Gardasee ein wenig Erfahrung beim Wandern immer mit im Spiel sein sollte. Der beschriebene Weg ist teilweise doch anspruchsvoll (mindestens für Hobbywanderer wie uns), denn einige Abschnitte bedingen schon gutes Schuhwerk sowie Kondition.
An anderen Stellen ist auch ein wenig Mut und Orientierungssinn vonnöten – die Beschilderung ist eben eher rudimentär gehalten.

Um 13.46 Uhr nehmen wir den Bus von Torri in Richtung Malcesine – nicht ohne vorher beim „Tabacho“ entsprechende Fahrkarte gekauft zu haben. 2 EUR/Nase finden wir fair, auch wenn es nur ca. 10 km Strecke nach Casteletto sind.

Wir landen um 14.00 Uhr in Casteletto. Laut Bericht wird die Wanderung ca. 3h dauern, so dass wir zum Abendessen wieder in Torri sein werden.

Die erste Herausforderung erwartet uns schon in „Biaza“ direkt oberhalb von Casteletto: Ein Wegweiser nach „Pai“ (oder im „Ausschlussverfahren“ nach Prada) ist dort nicht wirklich zu finden. Laut Wanderbericht geht es aber vorbei an einem Köhlerofen und tatsächlich finden wir einen entsprechenden Wegweiser: „2 calchere, 20 Min.“. Nachdem wir der Beschilderung folgen erwartet uns aber bereits nach 25 Metern eine unbeschilderte Kreuzung. Klar ist wenigstens: Wir müssen „hoch“- nur ob links oder rechts herum, ist uns nun nicht klar. Also „fifty-fifty“: Wir entscheiden uns für den Weg rechts und kommen nach 20 Minuten an den angekündigten Köhlerofen an…

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… nicht! Stattdessen geht es steil bergan an einem eingezäunten Landschaftsschutzgebiet vorbei, wo wir einen älteren Italiener treffen, der Alpenveilchen sammelt und an einem Wacholderstrauch sägt: „Mache faier! gudd por carne – aroma…“. Zu dem Zeitpunkt haben wir die Köhlerofen bereits abgeschrieben. Wenigstens stimmt die Richtung, in der der Weg verläuft (Pai liegt südlich, der Orientierungssinn hilft eben 🙂 ).
Knapp 20 Minuten später (also nach 45 Minuten ab Biaza) kommen wir an einem alten Gemäuer vorbei, das sich dann doch noch als Köhlerofen entpuppt – erstaunlich. Kirschbäume – wie im Wanderbericht beschrieben – haben wir aber keine gesehen…

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Nur 15 Minuten später kommen wir an den Abzweig mit den gepflasterten Lochsteinen. Wir wundern uns, warum der Weg in dieser Form befestigt ist. Ein Auto wird dort wohl nicht fahren, nehme ich an. Der anschließende gut begehbare Wanderweg führt fast horizontal an Terassen und Kellern vorbei zu dem verlassenen Haus. Wir hatten gehofft, den „einmaligen“ Balkon als Rastplatz verwenden zu können, das ist uns aber etwas ungeheuer: Die Bausubstanz hat über die Jahre tatsächlich gelitten, Geländer ist keins mehr an dem Balkon und vor dem Balkon geht es ein paar hundert Meter in die Tiefe.

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